Sonderpreisträger

ICONIC AWARDS 2021: Innovative Architecture

Architects of the Year – Dorte Mandrup

The Whale: Mir

Das 1999 gegründete und seitdem vielfach ausgezeichnete dänische Architekturbüro Dorte Mandrup hat sich mit außergewöhnlichen, skulptural anmutenden Bauten einen international anerkannten Namen gemacht. Neben Projekten für Bildung und Arbeit sind es vor allem auch prestigeträchtige Projekte im Bereich des kulturellen Erbes, mit denen das Studio international immer wieder für Aufsehen sorgt. Bevor Dorte Mandrup zur Architektur kam, studierte sie Medizin und Bildhauerei, was sich in vielen ihrer späteren Projekte deutlich widerspiegelt. Doch es ist nicht die künstlerische Formensprache allein, welche die Architektin und ihr 70-köpfiges Team antreibt, sondern stets auch der Bezug zu den besonderen Standorten, gepaart mit einem humanistisch geprägten Anspruch. Bis heute ist Dorte Mandrup für alle Projekte des Büros gestalterisch verantwortlich. Es sind ihre Designphilosophie und ihre künstlerische und doch systematische Denkweise, mit denen sie an die Projekte herangeht und sie zu unverwechselbaren Ikonen macht.

Ikea Hubhult: Adam Mørk

Jurybegründung

Die Arbeit von Dorte Mandrup ist laut ihrer eigenen Beschreibung »von einer formalen Unruhe geprägt, die sich in einer tiefgreifenden, kontextuellen Analyse und einem explorativen Prototyping materialisiert. Diese Beschäftigung mit der Erforschung der skulpturalen und materiellen Qualitäten der Architektur führt zu Räumen, die ihre Umgebung und die Bedingungen, aus denen sie entstehen, in den Vordergrund stellen.« Das Ergebnis sind eben solche spektakulären Bauten wie »The Whale«, das »Ilulissat Icefjord Centre« oder das »Karlskrona Culture House and Library«, die den Betrachter staunen und zuweilen sogar träumen lassen. Doch um solche Projekte ins Leben zu rufen, bedarf es nicht nur einer kreativen visionären Kraft, sondern auch einer gehörigen Portion an Kühnheit, Überzeugungskraft und dem unbedingten, eisernen Willen zur Realisation. Es ist diese seltene Konstellation an Fähigkeiten und Eigenschaften, die Dorte Mandrup zu solchen herausragenden Leistungen befähigt, mit denen sie die Welt bereichert.

Raa Preschool: Adam Mørk

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Architects’ Client of the Year – CITTA Foundation

Images: Vinay Panjwani

Die gemeinnützige Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, in einigen der wirtschaftlich am stärksten benachteiligten, geografisch abgelegenen und/oder marginalisierten Gemeinden der Welt das dortige Wachstum durch Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Hierzu gehört es auch, ein Umfeld von Stabilität zu schaffen und den Bewohnern einer Region zugleich ein Gefühl des Stolzes zu vermitteln. Dabei geht es der CITTA nicht nur um den Bau von Krankenhäusern, Schulen und Zentren, sondern auch darum, die Lage der Frauen zu verbessern, die durch überholte Traditionen daran gehindert werden, ihre Stärke und Bedeutung in der Gesellschaft voll zu entfalten. Im ländlichen Jaisalmer sind Mädchen und Frauen mit den extremen sozialen, wirtschaftlichen und geografischen Nachteilen konfrontiert, die es in Indien gibt. Da Bildung das Schlüsselelement für das Wohlergehen von Frauen und das Erreichen von Gleichheit und Wohlstand in ihren Familien und der indischen Gesellschaft ist, hat CITTA internationale Anstrengungen unternommen, um in Jaisalmer (Rajasthan) das GYAAN-Zentrum zu errichten. Der Komplex aus drei Gebäuden umfasst eine Frauenkooperative, in der Kunsthandwerkerinnen (Mütter und andere Frauen) in traditionellen Fertigkeiten wie Stickerei und Weberei unterrichtet werden, sowie die Rajkumari-Ratnavati-Mädchenschule. Der von Diana Kellogg Architects (New York) stammende Entwurf basiert auf einem komplett nachhaltigen Konzept. Zu den Einrichtungen der Schule gehören Klassenräume, eine Bibliothek und ein Computerzentrum.

Images: Vinay Panjwani

Jurybegründung

Die Rajkumari-Ratnavati-Mädchenschule gehört zum GYAAN Center in Jaisalmer (Indien) und ist das jüngste Projekt der CITTA Foundation. Der ikonische Entwurf entstand in Kooperation mit Diana Kellogg Architects und erhielt international mehr als zu Recht viel Aufmerksamkeit und Lob. Wie das ovale und aus handgeschnittenen Sandsteinen gebaute Gebäude den örtlichen Baustil aufgreift und mit seiner markanten Formensprache zugleich universelle Symbole weiblicher Stärke verkörpert, ist bemerkenswert. Seit vielen Jahren setzt sich die gemeinnützige CITTA Foundation nicht nur für den Bau von Schulen, Krankenhäusern und Zentren ein, um abgelegene und wirtschaftlich benachteiligte Regionen zu fördern, sondern ebnet dortigen Frauen auch den Weg zu einem selbstbestimmten und in der Gesellschaft gleichgestellten Leben. Eine vorbildliche Arbeit, für welche die Organisation von der Jury mit dem Ehrenpreis »Architects’ Client of the Year« ausgezeichnet wurde.

Images: Vinay Panjwani

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Interior Designers of the Year – X+Living

Chongqing Zhongshuge Photo by Shao Feng

X+Living wurde 2011 von der chinesischen Designerin Li Xiang kurz nach Abschluss ihres Architekturstudiums gegründet. Von Anfang an überraschte sie mit erfrischend unkonventionellen Entwürfen, wofür sie sowohl von den Medien als auch von Kunden und Fans ihrer Arbeit viel Lob erhielt. 2015 gründete Li Xiang ihre eigene Möbelmarke. Und wieder traf sie mit ihrer Mischung aus Qualität, Nachhaltigkeit und einer Prise Humor den Zeitgeist. Seit inzwischen mehr als zehn Jahren macht das Studio mit fantastischen, geradezu surrealen Projekten von sich reden, wie zum Beispiel mit dem »Taiyuan FAB Cinema«, dem »Dujiangyan Zhongshuge Bookstore« und dem »Zhuyeqing Greentea Flagship Store«.

Neobio Family Park Photo by Shao Feng

Jurybegründung

Die von X+Living gestalteten Räume sind etwas Besonderes. Wer sie betritt, gelangt in eine andere Welt, die einen den Alltag für die Momente des Aufenthalts vergessen lässt. Es sind faszinierende Architekturwelten, die von einem unglaublich kreativen und ganzheitlichen Umgang mit Formen, Materialien und Farben zeugen. Zugleich hat das Design-Team die wirtschaftliche Bestimmung der Räume, für die sie geschaffen wurden, nie aus den Augen verloren – ob es sich um ein Kino handelt, um einen Buchladen oder ein Hotel. Es sind Studios wie X+Living, die mit ihren herausragenden Projekten, getreu dem Credo »Design schafft Wert«, die Richtung in die Zukunft vorgeben.

Shenzhen Meland Photo by Shao Feng

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